Das Tokyo National Museum — eine Annäherung
Das Tokyo National Museum (Tōkyō Kokuritsu Hakubutsukan) ist das älteste Nationalmuseum Japans und das größte Haus für japanische Kunst weltweit. Im Park von Ueno ist es ein Komplex aus sechs Gebäuden — wer alles sehen will, plant zwei Tage.
Gründung 1872
Das Tokyo National Museum wurde 1872 gegründet, in einer Phase, in der Japan nach der Meiji-Restauration sein Verhältnis zur eigenen Vergangenheit neu definierte. Der Komplex im Park von Ueno besteht heute aus sechs Gebäuden: dem Honkan (japanische Hauptsammlung), dem Heiseikan (japanische Archäologie), dem Tōyōkan (asiatische Kunst), dem Hyōkeikan, dem Hōryūji Hōmotsukan (Schätze des Hōryūji) und der Kuroda Memorial Hall.
Honkan
Watanabe Jins Hauptgebäude im Stil der "Imperialen Krone" wurde 1937 errichtet. Es zeigt japanische Kunst von der Prähistorie bis ins neunzehnte Jahrhundert in thematischer Anordnung: Skulptur, Malerei, Kalligrafie, Keramik, Schwerter, Lackarbeiten. Wer die Sammlung erstmals besucht, sollte hier beginnen.
Hōryūji-Schätze
Die 1999 von Yoshio Taniguchi entworfene Hōryūji Hōmotsukan beherbergt rund 300 Objekte, die der Tempel Hōryūji 1878 dem Museum übergab. Die 48 vergoldeten Bronzestatuen des Buddha aus dem siebten und achten Jahrhundert sind die Höhepunkte — viele davon zählen zu den National Treasures.
Tōyōkan
Das 2013 sanierte Gebäude für asiatische Kunst umfasst China, Korea, Zentralasien, Indien, Südostasien, Ägypten und den Vorderen Orient. Die chinesischen Keramiken und die indische buddhistische Skulptur sind besonders stark vertreten.
Heiseikan
Japanische Archäologie: Tonfiguren der Jōmon-Zeit, bronzene Glocken aus der Yayoi-Zeit, Haniwa-Figuren der Kofun-Zeit, das buddhistische Material der Asuka-Zeit. Hier wird die Frühgeschichte des Archipels begreifbar.
National Treasures
Das Haus verwahrt 89 als National Treasure deklarierte Objekte und über 600 Important Cultural Properties. Höhepunkte sind unter anderem der Haniwa-Krieger in Keikō-Rüstung, die stehende Bodhisattva-Figur aus dem Hōryūji und Hasegawa Tōhakus Stellschirme mit den Kiefern.
Kirschblüte
Der Garten hinter dem Honkan wird nur zweimal im Jahr geöffnet — im Frühjahr zur Kirschblüte und im Herbst zur Laubfärbung. Beide Phasen sind kurz und für Tokio besonders begehrt; Reservierung ist hilfreich.
Sonderausstellungen
Die Sonderausstellungshalle im Heiseikan zeigt regelmäßig große Leihausstellungen. Recente Schauen zu den Schätzen des Shōsōin in Nara und zu einzelnen japanischen Künstlern gehörten zu den kulturellen Höhepunkten Tokios.
Besuchsstrategie
Geöffnet Dienstag bis Sonntag, montags geschlossen. Moderate Eintrittspreise, Kombiticket mit Sonderausstellungen empfehlenswert. Wer nur einen Tag Zeit hat, sollte Honkan und Tōyōkan kombinieren; ein zweiter Tag für Hōryūji und Heiseikan lohnt sich für jeden, der sich für japanische Kulturgeschichte interessiert.
Auf der Karte ist das Museum verzeichnet — die direkte Nachbarschaft in Ueno mit National Museum of Nature and Science und Tokyo Metropolitan Art Museum lässt sich gut zu einem Tag verbinden.