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Das British Museum: eine eingehende Erkundung

Ein einzelnes großes Museum verlangt mehr als einen Absatz. Die folgende Erkundung umfasst die Baugeschichte, den Aufbau der Sammlung, die kanonischen Objekte, weniger besuchte Räume und eine konkrete Besuchsstrategie für das British Museum.

Von Hans Sloanes Sammlung zum globalen Haus

Das British Museum wurde 1753 per Parlamentsgesetz gegründet, um das Vermächtnis Sir Hans Sloanes aufzunehmen — eines Arztes, dessen 71.000 Objekte den Gründungsbestand bildeten. Das heutige Gebäude in Bloomsbury (Robert Smirke, 1823-52) ersetzte das ursprüngliche Montagu House.

Größenordnung

Etwa acht Millionen Objekte insgesamt, etwa 80.000 in den Schauräumen. Freier Eintritt seit Gründung — ein prägendes Prinzip, das das Haus von vielen vergleichbaren Institutionen unterscheidet.

Great Court

Norman Fosters überdachter Innenhof von 2000 mit seinem tessellierten Glasdach über dem ehemals offenen Raum um den runden Reading Room veränderte die Wegeführung und ist selbst zur Ikone geworden.

Stein von Rosetta

Der Stein von Rosetta (Granodiorit-Stele in drei Schriften, 196 v. Chr.), 1801 durch die britische Armee von französischen Truppen in Ägypten übernommen, wurde Schlüssel zu Champollions Entzifferung der Hieroglyphen 1822. Ägypten verlangt formell die Rückgabe; das Museum hat das bisher abgelehnt.

Parthenon-Skulpturen

Die Parthenon-Skulpturen, 1801-12 von Lord Elgin von der Athener Akropolis entfernt und 1816 von der britischen Nation angekauft, stehen in Raum 18. Griechenland verlangt seit 1983 die Rückkehr; vertrauliche Verhandlungen 2022-23 mit dem Akropolismuseum führten zu keinem öffentlichen Ergebnis.

Weitere Ankerstücke

Die Lewis-Schachfiguren (Walrosselfenbein, 12. Jahrhundert, aus den Äußeren Hebriden), der Sutton-Hoo-Helm (angelsächsisches Schiffsgrab, 7. Jahrhundert), das Oxus-Schatzgut (achämenidische Metallarbeiten) und das Königliche Spiel von Ur (mesopotamisches Brettspiel, um 2600 v. Chr.).

Abteilungen

Acht kuratorische Abteilungen: Afrika, Ozeanien, Amerika; Altes Ägypten und Sudan; Asien; Großbritannien, Europa und Vorgeschichte; Münzen und Medaillen; Griechenland und Rom; Naher Osten; Druckgrafik und Zeichnungen.

Restitutionsdebatte

Die Benin-Bronzen (1897 bei der britischen Strafexpedition gegen Benin City erbeutet) stehen im Zentrum einer aktiven Rückgabebewegung; das Museum bewahrt etwa 700, einige sind formell für die Rückgabe an Nigeria zugesagt, der Transfer verläuft langsam.

Besuchsstrategie

Eintritt frei; keine Zeitfensterpflicht für die Dauerausstellung (Sonderausstellungen sind ticketpflichtig). Öffnungszeiten täglich 10-17 Uhr, freitags bis 20.30 Uhr. Wer zur Eröffnungszeit kommt, hat die Ausstellungssäle vor dem Schulkindereinstrom für gut anderthalb Stunden.

Ein großes Museum lässt sich nie in einem Besuch erschließen. Wiederkehren, Tageszeit variieren, zwischen kanonischen und weniger bekannten Räumen wechseln — und die Karte für den nächsten Besuch nutzen, um Verwandtes in der Stadt mitzudenken.