Zehn bedeutende Museen der Vereinigten Staaten
Die USA besitzen einige der dichtesten und in Sammlungsstrategie wagemutigsten Museen der Welt. New York und Washington stellen den Schwerpunkt; Boston, Chicago, Philadelphia, Los Angeles und Cleveland bilden eine zweite Reihe von Universalmuseen, die in Europa ihresgleichen suchen. Hier eine konzentrierte Auswahl, die typische amerikanische Stärken Tiefe in der Frühen Moderne, Eklektik, Architektur als Programm aufzeigt.
Metropolitan Museum of Art, New York
Das Met an der Fifth Avenue, 1870 gegründet, beherbergt rund zwei Millionen Objekte über 5000 Jahre vom 1965 von Ägypten geschenkten Tempel von Dendur bis zur amerikanischen Gegenwart. Für Einwohner des Staates New York gilt das Pay-what-you-wish-Prinzip; für andere ist der Eintritt fix bepreist. Architektonisch ein Konglomerat aus McKim, Mead & White und mehreren Erweiterungen, dramaturgisch fast eine eigene Stadt.
Smithsonian Institution, Washington D.C.
Neunzehn Museen und der Nationale Zoo überwiegend entlang der National Mall. National Air and Space Museum, National Museum of American History und das 2016 eröffnete National Museum of African American History and Culture sind die meistbesuchten Häuser. Alle Smithsonian-Häuser sind kostenfrei und werden vom Bund finanziert. Eine Woche reicht in Washington allein für das Smithsonian-Konglomerat nicht aus.
Museum of Modern Art (MoMA), New York
Das MoMA in der West 53rd Street verwahrt den kanonischen Bestand europäisch-amerikanischer Moderne: Picassos Demoiselles d'Avignon, van Goghs Sternennacht, Matisses Tanz, dazu die größte institutionelle Pollock-Gruppe. Die Erweiterung von Diller Scofidio + Renfro (2019) hat die Fläche um 40.000 Quadratfuß vergrößert und die Dauerausstellung neu ausgerichtet.
National Gallery of Art, Washington D.C.
1937 aus dem Vermächtnis Andrew Mellons gegründet, beherbergt die National Gallery das einzige Leonardo-Gemälde auf dem amerikanischen Kontinent: Ginevra de' Benci. I. M. Peis East Building von 1978 zählt zu den Hauptwerken spätmodernen Museumsbaus, das West Building ist eine klassische Beaux-Arts-Anlage. Eintritt frei.
Getty Center, Los Angeles
Richard Meiers Hügelkampus in Brentwood, 1997 eröffnet, beherbergt europäische Malerei, Zeichnung, Plastik und Kunstgewerbe. Die Antikensammlung liegt getrennt in der Getty Villa in Pacific Palisades. Eintritt frei, Parkgebühr. Das Verbundprojekt aus Architektur, Garten und Sammlung ist eine der konsequentesten amerikanischen Museumsstiftungen des 20. Jahrhunderts.
Art Institute of Chicago
Das 1879 an der Michigan Avenue gegründete Art Institute hütet Seurats Sonntag auf der Île de la Grande Jatte, Hoppers Nighthawks, Wood's American Gothic und einen herausragenden Impressionismus-Bestand. Renzo Pianos Modern Wing (2009) verdoppelte den Raum für die Moderne.
Museum of Fine Arts, Boston
Das MFA besitzt die umfassendste asiatische, insbesondere japanische Sammlung Nordamerikas neben bedeutenden europäischen und amerikanischen Beständen. John Singer Sargents Töchter Edward Darley Boits hängen in dem Saal, für den sie gemalt wurden ein seltenes Glück.
Philadelphia Museum of Art
Das Museum am Schuylkill auf den von Rocky berühmt gewordenen Stufen verwahrt die größte Duchamp-Sammlung außerhalb Europas, darunter das Original von Étant donnés. Stark in amerikanischer Malerei und mit einer der weltweit führenden Waffensammlungen.
Frick Collection, New York
In der ehemaligen Stadtvilla Henry Clay Fricks an der Fifth Avenue bietet die Frick Collection das intimste große Museumserlebnis des Landes: Vermeers Offizier und lachendes Mädchen, Bellinis Hl. Franziskus in der Wüste, drei Rembrandt-Selbstbildnisse in häuslich dimensionierten Räumen. Nach mehrjähriger Sanierung 2024 in den angestammten Bau zurückgekehrt.
Cleveland Museum of Art und weitere
Das Cleveland Museum of Art (freier Eintritt, enzyklopädische Sammlung), das Detroit Institute of Arts (Diego Riveras Detroit Industry-Fresken) und das Kimbell Art Museum in Fort Worth (Louis Kahns Bau von 1972) bilden eine zweite Reihe, die in Europa selten erreicht wird und im US-Diskurs zu Unrecht oft im Schatten der Küstenmetropolen steht.
Auf der Karte
Alle Häuser sind auf der Karte verzeichnet. Eine USA-Museumsreise verteilt sich auf mindestens drei Cluster: New York, Washington und Chicago/Boston/Los Angeles je nach Schwerpunkt.