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Zehn bedeutende Museen Indiens

National Museum, New Delhi, India
Photo: Miya.m, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Indiens Museumslandschaft ist weit mehr als die viel besuchten Häuser in Delhi und Mumbai. Sie reicht von kolonial gegründeten Universalmuseen über Sammlungen einzelner Fürstenhäuser bis hin zu Spezialhäusern für Textilien und Bronzeplastik. Die folgende Auswahl ist persönlich, aber gut begründbar — zehn Adressen, an denen kein ernsthafter Indien-Reisender vorbeikommt. Indiens Museen besitzen eine ungewöhnliche Tiefe in bestimmten Feldern: Indus-Zivilisation, buddhistische Skulptur, Moghulmalerei und klassische südindische Bronzekunst sind auf dem Subkontinent oft besser dokumentiert als anderswo auf der Welt.

Nationalmuseum, Neu-Delhi

Das Nationalmuseum am Janpath im Herzen Neu-Delhis ist der unvermeidliche Ausgangspunkt für jeden Besuch der indischen Museumslandschaft. Unter seinen rund 200 000 Objekten sind es vor allem die Tänzerin aus Mohenjo-daro (um 2500 v. Chr.) — eine Bronzefigur von gerade 10,8 cm Höhe — und die steingeschnittenen Buddha-Reliquien aus Piprahwa, die Besucher innehalten lassen. Die Mogul- und Rajput-Malereigalerien sind ausgedehnt und gut beleuchtet; sie umfassen Hofmanuskripte, Portraitminiaturen und Tierstudien aus den Ateliers Akbars und Jahangirs. Die Flügel für dekorative Kunst zeigen Gandhara-Skulptur neben Schmuck und Waffen verschiedener indischer Dynastien. Der Bau von 1960 ist architektonisch unspektakulär; die Sammlung dahinter ist unersetzlich. Der Eintritt für ausländische Besucher liegt bei etwa 650 Rupien. Das Museum ist montags geschlossen. Die nächste Metrostation ist Udyog Bhawan auf der Gelben Linie, zu Fuß wenige Minuten entfernt.

Indian Museum, Kolkata

Gegründet 1814, ist das Indian Museum im Park-Street-Viertel Kolkatas das älteste und größte Museum des Landes und eines der ältesten in Asien überhaupt. Das koloniale Hauptgebäude mit seiner großen Eingangshalle (fertiggestellt 1878) beherbergt sechs Abteilungen: Kunst, Archäologie, Anthropologie, Geologie, Zoologie und Wirtschaftsbotanik — ein viktorianischer Anspruch, der niemals vollständig rationalisiert wurde und dem Haus eine ungewöhnliche intellektuelle Breite gibt. Die Archäologiegalerien verwahren eine der bedeutendsten Gandhara-Skulptursammlungen Südasiens: Schieferstein- und Stuckfiguren aus dem zweiten bis fünften Jahrhundert n. Chr., die die Begegnung griechischer und indischer Kunsttradition im Gefolge Alexanders des Großen zeigen. Die Reliefs der Bharhut-Stupa aus dem zweiten Jahrhundert v. Chr. sind das umfangreichste erhaltene narrative Relief der frühen buddhistischen Kunst Indiens. Eine ägyptische Galerie im vierten Stock — in Kolkata ein unvermuteter Fund — enthält eine vollständige Mumie mit Sarkophag. Das Museum ist vom Metrobahnhof Park Street auf der Ost-West-Linie zu Fuß erreichbar.

Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya, Mumbai

Das ehemalige Prince-of-Wales-Museum, 1998 nach dem Maratha-König umbenannt, ist eines der wenigen Häuser Indiens, bei denen die Architektur eindeutig zur Erfahrung gehört. George Wittets Bau von 1922 setzt die indo-sarazenische Formensprache — Kuppel, Bogengalerien, kragarmartig auskragende Balkone aus blaugrauem Basalt und Kalkstein — mit einem Selbstbewusstsein um, das auf der Straße abzulesen ist. Innen verteilen sich die Dauerausstellungen auf drei Etagen: Terrakotten der Indus-Zivilisation, eine ausgedehnte Miniaturmalerei-Sammlung (Rajput-, Mogul-, Deccani- und Pahari-Schulen), europäische Waffen und Rüstungen im Kontext des indo-europäischen Handels sowie ein naturkundlicher Flügel. Eine jüngere Sanierung hat Klimatisierung und Beleuchtung in den oberen Galerien deutlich verbessert. Der Eintritt für ausländische Besucher liegt zwischen 500 und 700 Rupien; montags geschlossen. Nächste Station: Churchgate der Western Railway, rund zehn Gehminuten durch das Fort-Viertel.

Salar Jung Museum, Hyderabad

Das Salar-Jung-Museum am Südufer des Musi-Flusses ist einzigartig: eine persönliche Sammlung eines einzigen Mannes — Nawab Mir Yousuf Ali Khan Salar Jung III., Premierminister von Hyderabad — die über eine Million Objekte umfasst und seit 1968 in einem eigens errichteten Gebäude untergebracht ist. Die Sammlung ist bewusst eklektisch. Salar Jung III. kaufte Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts aktiv in Europa, im Nahen Osten, in China und in Indien, und die Ergebnisse umfassen Uhren aller Art (die Doppelfigur-Uhr, bei der eine maskierte Gestalt die Stunden schlägt, ist ein Publikumsliebling), Mogul-Handschriften und Jade, japanische Netsuke, europäische Ölgemälde und indische Bronzen. Das Schaustück ist die Verschleierte Rebekka, ein Marmor von Giovanni Maria Benzoni aus dem Jahr 1876, bei dem ein Schleier durch die Bearbeitung des Steins bis zur Papierdünne angedeutet wird. Das Museum liegt im Viertel Dar-ul-Shifa und ist über den MRTS-Haltepunkt Salar Jung Museum erreichbar. Freitags geschlossen. Eintritt für ausländische Besucher etwa 500 Rupien.

National Gallery of Modern Art, Neu-Delhi

Die NGMA bezieht das Jaipur House, einen Fürstenpalast von 1936 nahe dem India Gate, der für die Galerie umgebaut und erweitert wurde. Die Sammlung reicht vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart; ihr historisches Rückgrat — Raja Ravi Varmas mythologische Leinwände, Abanindranath Tagores Aquarelle der Bengal School, die Gemälde Amrita Sher-Gils, entstanden nach ihrer Rückkehr aus Paris in den 1930er-Jahren — ist die kohärenteste und am besten dokumentierte Darstellung der indischen Malerei auf dem Weg in die Moderne. Amrita Sher-Gils große Figurenbilder, in denen sie postimpressionistische Technik auf Dorfmotive in Punjab und Südindien anwandte, hängen in einem eigenen Kabinett und ziehen ernsthaftes Interesse auf sich. Der zeitgenössische Flügel zeigt wechselnde Präsentationen von Skulptur, Installation und digitalen Arbeiten. Die Galerie ist zehn Gehminuten vom India Gate entfernt. Eintritt für ausländische Besucher etwa 500 Rupien. Montags geschlossen.

Calico Museum of Textiles, Ahmedabad

Das Calico Museum im Stadtteil Shahibag in Ahmedabad arbeitet nach einem Prinzip, das kein anderes Haus dieser Liste kennt: Besuche sind ausschließlich mit Voranmeldung möglich, als geführte Touren fester Dauer mit streng limitierter Teilnehmerzahl. Die Sammlung, aufgebaut von Gira Sarabhai und ihrem Bruder Gautam Sarabhai seit den 1940er-Jahren, ist die bedeutendste der Welt für das Studium indischer Hof- und Tempeltextilien. Zu den Highlights gehören Moghul-Samtgewänder und Brokatrobe des 17. Jahrhunderts, monumentale Tempelvorhänge (Pichwai) aus der rajasthanischen Andachtstradition mit Szenen aus dem Leben Krishnas sowie frühe Exportchintz für den europäischen Markt. Der Rahmen — traditionelle gujaratische Havelis und Gärten — ist außergewöhnlich. Eine Voranmeldung per E-Mail oder Telefon ist zwingend erforderlich; die Touren finden vormittags statt, mittwochs und an Nationalfeiertagen ist das Museum geschlossen. Die Anfahrt aus der Innenstadt Ahmedabads erfolgt am besten per Auto oder Rikscha.

City Palace Museum, Udaipur

Der Mewar-Palast am Nordrand des Pichola-Sees wurde ab 1559 über mehrere Jahrhunderte gebaut und erweitert; das Museum im Innern nimmt einen erheblichen Teil des Komplexes ein. Die Galerien bewahren das Rajput-Hofleben mit ungewöhnlicher Tiefe: Bemalte Glasmosaike bedecken die Wände des Mor Chowk (Pfauenhof), eine eigene Waffenkammer zeigt die Rüstungen und Waffen aufeinanderfolgender Mewar-Herrscher, und eine Sammlung von Miniaturmalereien verfolgt die unverwechselbare Mewar-Schule — mit lebhaften Farben und erzählerischer Unmittelbarkeit — über mehrere Jahrhunderte. Die Kristallgalerie ist besonders eindrücklich: Möbel, Betten und Dekorationsobjekte aus Kristall, bestellt bei Osler's of Birmingham durch Maharana Sajjan Singh im Jahr 1877, zu seinen Lebzeiten nie benutzt, heute in einer Galerie im Erdgeschoss gezeigt. Der Eintritt variiert je nach Bereich; rechnen Sie mit etwa 300 Rupien für Inder und 500 Rupien für Ausländer als Ausgangswert. Udaipur ist über den Maharana-Pratap-Flughafen rund 22 km entfernt erreichbar.

Government Museum, Chennai

Das Regierungsmuseum im Stadtteil Egmore, 1851 gegründet, ist ein viktorianischer Kampuskomplex aus mehreren Gebäuden. Es beherbergt nach allgemeiner Auffassung die schönste Sammlung südindischer Bronzen aus der Chola-Zeit (9. bis 13. Jahrhundert n. Chr.) weltweit. Die kanonischen Stücke sind die verschiedenen Nataraja-Figuren — Shiva als Herr des Tanzes, gegossen im Wachsausschmelzverfahren, das Chola-Handwerker zur höchsten Vollendung brachten — neben Darstellungen von Parvati, Vishnu und den Alvars in Bronze von außerordentlicher Qualität. Die Skulptur aus Amaravati, einer buddhistischen Stätte in Andhra Pradesh, umfasst Kalksteinreliefs aus dem zweiten und dritten Jahrhundert, die zu den großen Leistungen der indischen Bildhauerkunst zählen. Der Museumskomplex enthält außerdem eine kleine nationale Kunstgalerie, eine Bronzengalerie und ein Kindermuseum. Nächste Verbindung: Egmore-Bahnhof (Chennai Egmore), ein wichtiger Knotenknoten für Züge aus ganz Tamil Nadu. Freitags geschlossen.

National Crafts Museum und Hastkala Academy, Neu-Delhi

Das ehemalige National Crafts Museum am Pragati Maidan — heute unter erweitertem Mandat als Hastkala Academy und zugehörigen Einrichtungen tätig — ist die wichtigste Institution Indiens für die Dokumentation und Präsentation des lebenden Kunsthandwerks. Anders als das klassische Museumsmodell stellt dieses Haus Handwerker neben Objekte: Weber aus Varanasi, Lackarbeiter aus Rajasthan, Töpfer aus Bengal und Metallgießer aus Bastar haben hier als Gasthandwerker gearbeitet. Der Freiluftbereich umfasst rekonstruierte Dorfbauten aus verschiedenen Regionen Indiens, die als Vorführräume dienen. Die Sammlung umfasst Textilien, Keramik, Metallarbeiten, Holzschnitzerei und Schmuck in einem Umfang, der kein regionales Museum erreicht. Der Komplex liegt nahe der Metrostation Pragati Maidan auf der Blauen Linie.

Bhau Daji Lad Mumbai City Museum

Das Bhau-Daji-Lad-Museum im Stadtteil Byculla ist das älteste Museum Mumbais, 1872 als Victoria and Albert Museum eröffnet und 2006 nach einem Sozialreformer des 19. Jahrhunderts umbenannt. Eine sorgfältige Restaurierung, 2008 abgeschlossen und von der Stadtverwaltung sowie privaten Spendern getragen, hat sein Inneres aus der italienischen Neorenaissance — Gusseisensäulen, dekorative Fliesenböden, hohe Bogenfenster — annähernd in den Originalzustand zurückversetzt. Die Sammlung gilt der Geschichte Mumbais: Karten, Fotografien, Kunstgewerbe und Modelle zur Stadtentwicklung vom frühen Kolonialzeitalter bis in die Gegenwart. Es ist kompakt genug, um es in weniger als zwei Stunden zu sehen, und detailreich genug, um ernster Beachtung standzuhalten. Byculla liegt an der Central Railway; die Eintrittstarife sind moderat.

Alle auf einen Blick

Alle genannten Adressen lassen sich auf der interaktiven Karte verorten — ein hilfreicher Ausgangspunkt für eine wirklichkeitstaugliche Reiseroute.