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Die wichtigsten Universitätsmuseen

Universitätsmuseen dienen Lehre, Forschung und Öffentlichkeit zugleich. Ihre Sammlungen besitzen oft eine ungewöhnliche Tiefe in einzelnen Feldern — weit über das, was sich städtische oder staatliche Häuser leisten könnten. Der Eintritt ist in den meisten Fällen frei oder deutlich günstiger als in vergleichbaren städtischen Einrichtungen. Universitätsmuseen sammeln durch Schenkungen, Ausgrabungen und Vermächtnisse, nicht durch kommerzielle Versteigerungen — was bedeutet, dass sich hier häufig Objekte finden, die auf dem freien Markt längst verschwunden wären.

Warum Universitätsmuseen besondere Aufmerksamkeit verdienen

Das Universitätsmuseum funktioniert nach einer anderen Logik als das öffentliche Museum. Es ist um Forschungsfragen und Lehrtraditionen herum gewachsen, nicht um das unmittelbare Besucherinteresse. Kustoden und Wissenschaftler sind vor Ort; in vielen Häusern ist auf Anfrage Zugang zu Studienräumen oder Reservesammlungen möglich. Die Architektur trägt oft zur Atmosphäre bei — historische Universitätsgebäude, viktorianische Anbauflügel, neoklassizistische Neubauten des 19. Jahrhunderts. Und der Besuch ist fast immer kostenlos.

Ashmolean Museum, Oxford

1683 gegründet, ist das Ashmolean das älteste noch in Betrieb befindliche öffentliche Museum im englischsprachigen Raum und ein zentraler Teil der Universität Oxford. Die Gründungssammlung stammte von John Tradescant und wurde an Elias Ashmole übergeben, der sie der Universität schenkte. Das heutige Gebäude an der Beaumont Street, entworfen von Charles Robert Cockerell, wurde 1845 eröffnet.

Die Sammlungen sind enzyklopädisch angelegt: bedeutende ägyptische und nahöstliche Bestände (darunter der Kha-Schrein und wichtiges prädynastisches Material), eine hervorragende Abteilung klassischer Antiken aus Griechenland und Rom, starke indische Sammlungen mit gandharischer Skulptur sowie eine der feinsten Silber- und Keramikabteilungen im Vereinigten Königreich. Die Gemäldegalerien zeigen Raphael-Zeichnungen, frühe italienische Tafeln und eine starke niederländisch-flämische Sammlung. Powhatans Mantel — ein Hirschhautkkleidungsstück, das mit der Powhatan-Konföderation Virginias in Verbindung gebracht wird und eines der frühesten nordamerikanischen Objekte in Europa ist — bleibt ein singuläres Stück. Dienstag bis Sonntag geöffnet; Eintritt frei. Kurzer Fußweg vom Stadtzentrum Oxfords, ein Doppelbesuch mit dem Pitt Rivers Museum ist an einem Tag problemlos möglich.

Fitzwilliam Museum, Cambridge

Nach dem Vermächtnis von Viscount Fitzwilliam 1816 gegründet, gehört das Fitzwilliam zur Universität Cambridge und liegt an der Trumpington Street nahe dem Stadtzentrum. Das Gebäude, vollendet von George Basevi und E. M. Barry, zählt zu den schönsten neoklassizistischen Museumsbauten Großbritanniens.

Die Sammlung umfasst europäische Malerei vom 13. bis zum 20. Jahrhundert — mit Schwerpunkten auf venezianischen und niederländischen Meistern: Tizian, Veronese, Rembrandt und Rubens sind jeweils bedeutend vertreten. Die Antikensammlungen zeigen ägyptisches, griechisches und römisches Material von hoher Qualität; die angewandte Kunstsammlung ist besonders ausgezeichnet: englische und europäische Keramik, Glas, mittelalterliche Elfenbeinschnitzereien und illuminierte Handschriften. Musikmanuskripte und frühe Druckwerke gehören ebenfalls dazu. Eintritt frei; Dienstag bis Sonntag geöffnet. Mindestens zwei Stunden für einen ernsten Rundgang einplanen.

Hunterian Museum, Glasgow

Schottlands älteste öffentliche Sammlung, die Hunterian, ist Teil der Universität Glasgow und geht auf das Vermächtnis des Anatomen und Geburtshelfers William Hunter zurück, der seine Sammlung 1807 der Universität überließ. Hunter war einer der großen Sammler des 18. Jahrhunderts — seine Bestände umfassen Anatomie, Zoologie, Geologie, Münzen, Bücher und Gemälde. Gesondert auf dem Campus befindet sich die Hunterian Art Gallery, die eine bedeutende Kollektion von James McNeill Whistlers Arbeiten hält sowie eine wichtige Gruppe schottischer Koloristen.

Das Hauptmuseum im Gilbert Scott Building bewahrt anatomische Präparate, wissenschaftliche Instrumente und römische Artefakte vom Antoninuswall — der nördlichsten Grenze des Römischen Reiches, die durch Zentralschottland verlief. Eintritt frei; während des Universitätssemesters und weiten Teilen des Jahres geöffnet. Mit der Kelvinbridge-Station der Glasgower U-Bahn oder regulären Buslinien vom Stadtzentrum aus gut erreichbar. Für Hauptmuseum und Kunstgalerie sollte ein halber Tag eingeplant werden.

Pitt Rivers Museum, Oxford

Das Pitt Rivers, zugänglich durch das Naturhistorische Museum der Universität Oxford an der Parks Road, bewahrt die ethnografische Sammlung, die General Augustus Henry Lane Fox Pitt Rivers 1884 der Universität schenkte. Das Besondere ist die Aufstellung: Statt nach Kultur oder Geografie sind die Objekte typologisch geordnet — alle Schilde zusammen, alle Musikinstrumente zusammen, alle Amulette zusammen — so wie Pitt Rivers es ursprünglich als Demonstration kultureller Entwicklung beabsichtigt hatte.

Das Ergebnis ist eine außerordentlich dichte, wunderkammerartige Atmosphäre über drei Stockwerke, mit Objekten aus nahezu jeder bewohnten Region der Erde. Über 500.000 Objekte werden gehalten, von denen nur ein Bruchteil zu jedem Zeitpunkt ausgestellt ist. Das Museum befasst sich intensiv mit der kritischen Auseinandersetzung mit seinem kolonialen Sammlungskontext, einschließlich Repatriierungsgesprächen mit Herkunftsgemeinschaften. Eintritt frei; täglich geöffnet. Der kombinierte Besuch des Naturhistorischen Museums und des Pitt Rivers füllt problemlos einen Nachmittag.

Yale University Art Gallery

Amerikas ältestes Universitätskunstmuseum, 1832 gegründet, als der Maler John Trumbull 100 Gemälde an Yale schenkte, ist die Yale University Art Gallery in New Haven, Connecticut, zu einer bedeutenden enzyklopädischen Sammlung von über 300.000 Objekten gewachsen. Eintritt frei.

Die Trumbull-Kollektion — Porträts der Gründerväter und Szenen aus dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg — nimmt eine eigene Galerie ein. Amerikanische Kunst ist ein besonderer Schwerpunkt, aber die europäischen Bestände sind ebenso bedeutend: Van Goghs Das Nachtcafé, 1888 in Arles gemalt und 1961 Yale geschenkt, ist eines der zentralen Stücke der Sammlung. Präkolumbianische und afrikanische Sammlungen sind für ein Universitätsmuseum ungewöhnlich stark; die Kunsthandwerkabteilung geht tief in amerikanisches Mobiliar und Silber. Das Gebäude, 1953 von Louis Kahn in seinem ersten größeren Auftrag überarbeitet, ist architektonisch bedeutsam. Dienstag bis Sonntag; Eintritt frei.

Harvard Art Museums

Drei vormals getrennte Häuser — das Fogg Museum (gegründet 1895), das Busch-Reisinger Museum (deutsche und zentraleuropäische Kunst) und das Arthur M. Sackler Museum (asiatische und antike Kunst) — wurden 2014 in einem Neubau von Renzo Piano in der Quincy Street, Cambridge (Massachusetts), vereint. Das zentrale Atrium mit seiner kalibrierten natürlichen Beleuchtung gehört zu den meistdiskutierten Innenräumen der jüngeren amerikanischen Museumsarchitektur.

Die Harvard-Sammlungen umfassen rund 250.000 Objekte. Die Bauhaus-Bestände sind herausragend: Harvards lange Verbindung mit Bauhaus-Künstlern — László Moholy-Nagy, Walter Gropius (der an Harvards Graduate School of Design lehrte), Josef Albers — hat eine der bedeutendsten Bauhaus-Konzentrationen außerhalb Deutschlands entstehen lassen. Die europäischen Gemälde umfassen Werke von Ingres, Degas, Cézanne und Picasso. Asiatische Bestände reichen von chinesischen Bronzen über japanische Druckgrafiken bis zu indischen Miniaturen. Für Harvard-Studierende und Einwohner von Cambridge kostenlos; für andere moderater Eintritt. Täglich außer Montag geöffnet.

Penn Museum, Philadelphia

Das Museum für Archäologie und Anthropologie der University of Pennsylvania — stets Penn Museum genannt — wurde 1887 gegründet und ist eng mit großen Ausgrabungsexpeditionen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbunden. Seine Galerien an der South Street in Philadelphia gehören zu den inhaltlich reichsten Archäologiemuseen der westlichen Hemisphäre.

Die ägyptische Sammlung umfasst eine große Sphinx des Ramesses II. (rund 12 Tonnen, eine der größten außerhalb Ägyptens), Tempelkolonnen aus dem Palast von Merenptah in Memphis sowie ein breites Spektrum an Funeralmaterial. Die mesopotamischen Galerien zeigen Funde aus Leonard Woolleys Ausgrabungen in Ur in den 1920er Jahren, darunter die aufwändigen Kopfschmuckstücke und Leiern aus dem Königlichen Friedhof — Material, das die sumerische Zivilisation auf ihrem Höhepunkt dokumentiert. Nord-, mittel- und südamerikanische Sammlungen sind ebenfalls von hoher Qualität. Öffnungszeiten je nach Saison; moderater Eintrittspreis. Von der Innenstadt Philadelphias per SEPTA erreichbar.

Princeton University Art Museum

Princetons enzyklopädisches Universitätskunstmuseum auf dem Campus in New Jersey wurde 2024–25 nach einem tiefgreifenden Umbau durch David Adjaye wiedereröffnet. Der Neubau, der das alte McCormick Hall-Gebäude ersetzt, ist als Folge miteinander verbundener Pavillons konzipiert, mit großzügigen öffentlichen Plätzen — das Museum soll sich in das Campus-Leben integrieren statt von ihm abzuheben.

Die ständige Sammlung umfasst über 115.000 Objekte von der Antike bis zur Gegenwart, mit besonderen Stärken in antiker Mittelmeerkunst, chinesischer Kunst (die Fowler Collection chinesischer Bronzen ist eine der besten in Nordamerika), afrikanischer Kunst sowie amerikanischer und europäischer Malerei und Skulptur des 20. Jahrhunderts. Die altmeisterliche europäische Abteilung enthält bedeutende flämische und italienische Werke. Eintritt frei. Von Princeton Junction (New Jersey Transit, Northeast Corridor) ist der Campus mit dem Bus schnell erreichbar — ein Tagesausflug von New York oder Philadelphia ist problemlos möglich.

Sammlung der Humboldt-Universität, Berlin

Die akademischen Sammlungen der Humboldt-Universität — Anatomie, Zoologie, Paläontologie, Geographie — sind auf die Stadt verteilt. Das Tieranatomische Theater in der Philippstraße, erbaut 1790, bietet einen atmosphärischen Rahmen für die Sammlungen zur Veterinäranatomie. Teile der naturkundlichen Sammlungen befinden sich im Naturkundemuseum Berlin, das formal der Humboldt-Universität angegliedert ist und eines der weltweit bedeutendsten Naturgeschichtsmuseen darstellt. Berlin ist eine Stadt mit außergewöhnlich dichter Universitätstradition — Humboldt, TU, FU — und entsprechend vielfältigen Sammlungsbeständen.

Berkeley, Stanford, Heidelberg

BAMPFA in Berkeley hält eine starke amerikanische Kunstsammlung des 20. Jahrhunderts und ist eng mit der Filmkultur der Bay Area verknüpft. Das Cantor Arts Center in Stanford besitzt die größte Sammlung von Rodin-Bronzen außerhalb von Paris sowie bedeutende Bestände zur Kunst der amerikanischen Ureinwohner. Das Universitätsmuseum Heidelberg dokumentiert die Geschichte einer der ältesten Universitäten Europas, gegründet 1386. Universitätsmuseen gibt es weltweit — oft kostenlos, oft unterschätzt, oft der lohnendste Stopp auf einer Reise, deren Hauptziel eigentlich ein anderes war.

Mit der Karte lassen sich Häuser entlang einer Universitätsstadt-Tour erkunden und nach Land, Sammlungstyp oder Eintrittspreis filtern.