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Die wichtigsten Museen für Kunst des 20. Jahrhunderts

Wer die Kunst des 20. Jahrhunderts erfassen will, kommt um eine Handvoll Häuser nicht herum. Sie haben den Kanon mitgeprägt, ihn überprüft und in den letzten Jahren neu sortiert. Hier zehn Sammlungen, deren Besuch sich für ernsthafte Interessierte lohnt und ein paar Bemerkungen zu ihrer Eigenart.

MoMA, New York

Das Museum of Modern Art an der West 53rd Street hat den Kanon definiert: Picassos Demoiselles d'Avignon, van Goghs Sternennacht, Matisses Tanz, Pollock, Rothko, Newman. Mit der Erweiterung 2019 und der Neuhängung der Dauerausstellung wurde die Sammlung durchlässiger für lange marginalisierte Stimmen ein überfälliger Schritt, der die Erzählung der Moderne breiter macht.

Centre Pompidou, Paris

Die tiefste Sammlung des 20. Jahrhunderts in Europa: 120.000 Werke vom Fauvismus über den Kubismus, den Surrealismus, die Arte Povera bis zur französischen Kunst nach 1968. Das Haus ist derzeit für eine umfangreiche Renovierung geschlossen, die Sammlung tourt das ist die Gelegenheit, Pompidou-Schlüsselwerke in anderen Häusern zu treffen.

Tate Modern, London

In der zum Museum umgebauten Stromzentrale am Bankside (Herzog & de Meuron 2000, Erweiterung 2016) verwahrt die Tate Modern die internationale moderne Sammlung der britischen Nation starke Picasso-, Matisse- und Rothko-Bestände, ergänzt durch eine wachsende globale Präsenz, die das eurozentrische Bild der Moderne korrigiert.

Stedelijk Museum, Amsterdam

Das Stedelijk hat die größte Konzentration an Malewitsch-Werken außerhalb Russlands, eine herausragende De-Stijl-Gruppe (Mondrian, Rietveld) und bedeutende Bestände der Pop Art und der Konzeptkunst. Wer die niederländische Moderne ernsthaft studieren will, beginnt hier.

Museum Ludwig, Köln

Die drittgrößte Picasso-Sammlung weltweit plus zentrale Werke der Pop Art Lichtenstein, Warhol, Rosenquist. Die russische Avantgarde ist außergewöhnlich gut vertreten. Köln ist mit dem Museum Ludwig und dem nahen Wallraf-Richartz-Museum eine der besten Ein-Tages-Adressen für Kunst zwischen 1900 und 1970.

Museum of Contemporary Art (MOCA), Los Angeles

MOCA Grand Avenue (Arata Isozaki, 1986) und das Geffen Contemporary zeigen zusammen die Kunst nach 1940 mit starken Rothko-, Rauschenberg- und Twombly-Beständen sowie einer profunden Westküsten-Sammlung. Wer L.A. mit New York nur über Klischees vergleicht, korrigiert sich hier.

SFMOMA, San Francisco

Die Snøhetta-Erweiterung 2016 hat die Ausstellungsfläche verdreifacht. Die Doris and Donald Fisher Collection ist nun integriert großer Calder, ein vorzüglicher Richter-Bestand, deutscher Expressionismus von Rang. Die Stadt ist dadurch zu einer Top-Adresse für moderne Kunst aufgerückt.

Reina Sofía, Madrid

Picassos Guernica ist der Anker des Hauses, dazu ein außergewöhnlicher spanischer Surrealismus mit Dalí und Miró und die Vicente-Aleixandre-Sammlung lateinamerikanischer Kunst. Das Haus erzählt die spanische Moderne im Zusammenhang von Bürgerkrieg und Exil eine Perspektive, die in New York oder Paris so nicht zu haben ist.

Kunstmuseum Basel und Fondation Beyeler

Basel ist auf einen Tag eine Pilgerstätte: Das Kunstmuseum hat einen exzellenten Kubismus-Bestand und einen ungewöhnlichen Beuys, die Fondation Beyeler in Riehen zeigt einen edited Querschnitt von Cézanne bis Bacon. Beide Häuser zusammen sind eine kleine Geschichte der westlichen Moderne in zwei Spaziergängen.

Tokio: Mori, MOT und Nationalmuseum für Moderne Kunst

Die zeitgenössische Kunstlandschaft Tokios Mori Art Museum, Museum of Contemporary Art Tokyo (MOT), Nationalmuseum für Moderne Kunst sowie das ehemalige Hara Museum (2021 geschlossen) deckt zusammen die japanische Kunst des 20. Jahrhunderts umfassend ab. Wer Mono-ha, Gutai und das japanische Nachkriegsdesign studieren will, kommt hier weiter als anderswo.

Den eigenen Reiseplan zusammenstellen

Eine thematische Liste lässt zwangsläufig Würdiges aus. Über die Karte lassen sich weitere Häuser finden, nach Schwerpunkt und Land filtern und so Routen bauen, die zur eigenen Frage passen statt zum erstbesten berühmten Namen.