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Zehn bedeutende Museen Spaniens

Museo Nacional del Prado, Madrid, Spain
Photo: Emilio J. Rodríguez Posada, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Madrids "Goldenes Dreieck der Kunst" Prado, Reina Sofía und Thyssen-Bornemisza, am Paseo del Prado nur durch zehn Minuten Fußweg getrennt bildet eine der weltweit höchsten Konzentrationen bedeutender Malerei. Darüber hinaus erweitern das Guggenheim Bilbao, das Dalí-Theater-Museum in Figueres und das MNAC in Barcelona den spanischen Museumshorizont quer durch das Land.

Museo Nacional del Prado, Madrid

Der 1819 in Juan de Villanuevas klassizistischem Bau eröffnete Prado ursprünglich als naturwissenschaftliches Museum geplant verwaltet die königliche Sammlung der spanischen Krone, eine der dichtesten Bildersammlungen der Welt. Velázquez' Las Meninas (1656) hängt in Saal 12 und ist das singuläre Hauptwerk des Hauses ein Bild über das Sehen, das Stunden trägt. Hieronymus Boschs Garten der Lüste (um 14901510), seit dem 16. Jahrhundert in spanischem Besitz, hängt in 56A. Hinzu kommen Goyas Schwarze Bilder, Tizian, Rubens, El Greco und Raffael. Letzte zwei Tagesstunden freier Eintritt.

Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid

Das 1988 gegründete Reina Sofía im umgebauten Hospital General mit Erweiterungsbau Jean Nouvels (2005) zeigt die zentrale Sammlung spanischer Kunst des 20. Jahrhunderts und vor allem Guernica Picassos 1937 entstandene Antwort auf die Bombardierung der baskischen Stadt durch die Legion Condor. Das Bild misst 3,49 mal 7,76 Meter, wurde in sechs Wochen gemalt und kehrte 1992 aus dem MoMA in New York zurück, wo es während der Franco-Diktatur auf Picassos Wunsch verblieben war. Daneben Dalí, Miró, Antoni Tàpies. Letzte zwei Tagesstunden frei; sonntags die Dauerausstellung frei.

Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid

Im Palacio de Villahermosa am Paseo del Prado eröffnete 1992 das Thyssen-Bornemisza mit der vom spanischen Staat angekauften Sammlung des Barons Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza. Das Haus deckt vom 13. bis ins späte 20. Jahrhundert die Bereiche ab, die im Prado und im Reina Sofía nicht systematisch vertreten sind: flämische und deutsche Renaissance, niederländische Goldene Zeitalter, französischer Impressionismus, deutscher Expressionismus, amerikanische Moderne. Duccio, van Eyck, Caravaggio und Lucian Freuds Bildnis des Barons gehören zu den Höhepunkten.

Museo Picasso Málaga

Das 2003 im umgebauten Palacio de Buenavista eröffnete Picasso-Museum nahe Picassos Geburtshaus zeigt 233 Werke aus der Familie Ruiz-Picasso. Der Schwerpunkt liegt auf privaten Bezugslinien: Bildnisse von Frauen und Gefährtinnen, Vallauris-Keramik, Werke, die Picasso bewusst nicht in den Handel gab. Die Sonderausstellung zum 50. Todesjahr 2023 hat das Haus auch international wieder ins Bewusstsein gerückt.

Guggenheim Museum, Bilbao

Frank Gehrys 1997 eröffneter Bau am Nervión wurde zur Ikone des Museumsbaus. Die Dauersammlung umfasst Richard Serras Skulpturengruppe Die Sache der Zeit aus acht monumentalen Corten-Stahlfiguren in der Arcelor-Galerie. Wechselausstellungen ziehen aus den Beständen der Guggenheim-Stiftung. Jeff Koons' Welsh-Terrier-Skulptur Puppy am Haupteingang, 12 Meter hoch und mit blühenden Pflanzen besetzt, ist in den letzten 25 Jahren zur Marke geworden.

Museo Sorolla, Madrid

Im Wohn- und Atelierhaus, in dem Joaquín Sorolla von 1911 bis zu seinem Tod 1923 arbeitete, im Stadtteil Almagro, liegt eines der intimsten und unterbesuchten bedeutenden Museen der spanischen Hauptstadt. Mediterrane Strandszenen, Bildnisse und Gartenbilder hängen in den Räumen, die Sorolla für sie konzipierte; der andalusische Garten gehört zu den am besten erhaltenen Künstlergärten Europas. In 90 Minuten gut zu erfassen.

Teatro-Museo Dalí, Figueres

Der von Salvador Dalí ab 1961 selbst konzipierte und 1974 eröffnete Bau in den Ruinen des durch den Bürgerkrieg zerstörten Stadttheaters ist das meistbesuchte Museum Spaniens außerhalb Madrids. Mit seiner Geodäten-Kuppel, den Eier-Skulpturen auf der Brüstung und der Regen-Taxi-Installation im Hof ist das Haus selbst surrealistisches Werk. Im Inneren Dalís eigene Sammlung, das Mae-West-Zimmer, dazu Dalís Grab in der Krypta unter der Bühne.

Museo del Romanticismo, Madrid

Im Palacio del Marqués de Matallana zeigt das Museo del Romanticismo über 10.000 Objekte zur bürgerlichen Wohnkultur des spanischen 19. Jahrhunderts (ca. 18201868). Die Räume sind aus zeitgenössischen Erwerbungen rekonstruiert, nicht mutmaßlich rekonstruiert. Bilder von Federico de Madrazo, Valeriano Bécquer und Eugenio Lucas Velázquez hängen in den Räumen, für die sie entstanden. Garten und Café gehören seit der Sanierung 2009 zu den angenehmsten Plätzen Madrids.

Museo Lázaro Galdiano, Madrid

Die 1951 eröffnete Privatvilla des Sammlers José Lázaro Galdiano im Stadtteil Serrano beherbergt eine der vielseitigsten Privatsammlungen Spaniens: Goya, Bosch, Velázquez und Constable neben mittelalterlichen Emails, Elfenbein, Schmuck, Uhren, Waffen sowie keltischer und westgotischer Metallarbeit. Die Sammlung verbindet Kabinett und Palast in einem ungewöhnlich frei strukturierten Haus.

Museu Nacional d'Art de Catalunya, Barcelona

Das MNAC auf dem Montjuïc, im für die Weltausstellung 1929 errichteten Palau Nacional und seit 1934 Museum, bewahrt die wichtigste Sammlung romanischer Kunst weltweit: katalanische Wand- und Apsismalereien des 12. und 13. Jahrhunderts, von Pyrenäen-Kirchen abgenommen und auf gekrümmten Trägern in rekonstruierten Apsisbedingungen wieder aufgestellt. Der Bau Doppeltürme, Mittelkuppel, Kaskadenbrunnen ist eines der grandiosesten Museumsumfelder Europas.

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Alle Häuser sind auf der Karte verzeichnet ein nüchterner Ausgangspunkt für eine Spanienreise, die das museale Land aus mehreren Perspektiven beleuchtet.