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Zehn bedeutende Museen Spaniens

Museo Nacional del Prado, Madrid, Spain
Photo: Emilio J. Rodríguez Posada, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Madrids "Goldenes Dreieck der Kunst" — Prado, Reina Sofía und Thyssen-Bornemisza, am Paseo del Prado nur durch zehn Minuten Fußweg getrennt — bildet eine der weltweit höchsten Konzentrationen bedeutender Malerei. Darüber hinaus erweitern das Guggenheim Bilbao, das Dalí-Theater-Museum in Figueres und das MNAC in Barcelona den spanischen Museumshorizont quer durch das Land. Spanien besitzt allein in Madrid eine Museumsdichte, die sich mit London oder Paris messen kann — und doch sind viele der eindrucksvollsten Häuser chronisch unterbesucht. Diese zehn Stationen bieten einen strukturierten Einstieg in das museale Land.

Museo Nacional del Prado, Madrid

Der 1819 in Juan de Villanuevas klassizistischem Bau eröffnete Prado — ursprünglich als naturwissenschaftliches Museum geplant — verwaltet die königliche Sammlung der spanischen Krone, eine der dichtesten Bildersammlungen der Welt. Velázquez' Las Meninas (1656) hängt in Saal 12 und ist das singuläre Hauptwerk des Hauses — ein Bild über das Sehen, das Stunden trägt. Hieronymus Boschs Garten der Lüste (um 1490–1510), seit dem 16. Jahrhundert in spanischem Besitz, hängt in Saal 56A. Die Dreitafelstruktur des Werks — Paradies, die sündige Welt, die Hölle — ist so dicht codiert, dass Kunsthistoriker bis heute über seine Botschaft streiten.

Hinzu kommen Goyas Schwarze Bilder, die aus dem Landsitz Quinta del Sordo zwischen 1819 und 1823 auf Leinwand übertragen wurden, sowie Saturn, der seinen Sohn verschlingt — eines der bekanntesten Gemälde der westlichen Kunstgeschichte. Tizians Karlo-V.-Bildnis zu Pferde (1548), Rubens' Drei Grazien und El Grecos Ritter mit Hand auf der Brust ergänzen ein Haus, das über mehr als 20.000 Werke verfügt, davon rund 1.700 dauerhaft ausgestellt. Die letzten zwei Öffnungsstunden täglich sind kostenlos; am Samstagabend ist die Schlange meist kürzer als unter der Mittagssonne. Der Prado liegt an der Metrostation Banco de España (Linie 2) oder einem 15-minütigen Fußweg vom Bahnhof Atocha.

Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid

Das 1988 gegründete Reina Sofía — im umgebauten Hospital General mit Erweiterungsbau Jean Nouvels (2005) — zeigt die zentrale Sammlung spanischer Kunst des 20. Jahrhunderts und vor allem Guernica. Picassos 1937 entstandene Antwort auf die Bombardierung der baskischen Stadt durch die Legion Condor misst 3,49 mal 7,76 Meter, wurde in sechs Wochen gemalt und kehrte 1992 aus dem MoMA in New York zurück, wo es während der Franco-Diktatur auf Picassos Wunsch verblieben war. Der Raum, in dem Guernica hängt, gehört zu den feierlichsten Museumsräumen Europas; die Studie-Fotografien von Dora Maar, die den Entstehungsprozess dokumentieren, hängen direkt daneben.

Daneben zeigt das Reina Sofía bedeutende Werke von Joan Miró — darunter großformatige Leinwände aus den 1960er Jahren — sowie Gemälde und Objekte von Salvador Dalí, die dessen frühe, surrealistische Phase vor dem Theatermuseum beleuchten. Antoni Tàpies' texturale Materialkompositionen vertreten die Informalismo-Bewegung. Der Erweiterungsbau von Jean Nouvel beherbergt Wechselausstellungen und erweitert die Sammlung um internationale Positionen der Nachkriegsmoderne. Letzte zwei Tagesstunden freier Eintritt; die Dauerausstellung ist sonntags ganztägig kostenlos. Das Haus ist zu Fuß vom Prado in weniger als zehn Minuten erreichbar, direkt an der Metrostation Atocha (Linie 1).

Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid

Im Palacio de Villahermosa am Paseo del Prado eröffnete 1992 das Thyssen-Bornemisza mit der vom spanischen Staat angekauften Sammlung des Barons Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza. Das Haus deckt vom 13. bis ins späte 20. Jahrhundert die Bereiche ab, die im Prado und im Reina Sofía nicht systematisch vertreten sind: flämische und deutsche Renaissance, niederländische Goldenes Zeitalter, französischer Impressionismus, deutscher Expressionismus, amerikanische Moderne.

Duccio di Buoninsegnas thronende Christusfigur aus dem frühen 14. Jahrhundert eröffnet den chronologischen Parcours im Obergeschoss. Jan van Eycks Verkündigung, Caravaggio Lukas-Bild, ein Holbein-Bildnis und Vermeer-Zuschreibungen verdichten die niederländischen und deutschen Kabinette. Im impressionistischen Bereich hängen Monet, Renoir, Pissarro und Sisley; der Expressionismus ist mit Kirchner, Nolde und Otto Dix vertreten. Lucian Freuds lebensgroßes Bildnis des Barons in einem Sessel gehört zu den meistfotografierten Einzelwerken des Hauses. Die Sammlung Carmen Thyssen, im Nebengebäude ausgestellt, ist ein separater Eintrittspreis wert und ergänzt das Haus um weitere impressionistische und altmeisterliche Werke.

Museo Picasso Málaga

Das 2003 im umgebauten Palacio de Buenavista eröffnete Picasso-Museum nahe Picassos Geburtshaus — dem heutigen Casa Natal de Picasso an der Plaza de la Merced — zeigt 233 Werke aus der Familie Ruiz-Picasso. Der Schwerpunkt liegt auf privaten Bezugslinien: Bildnisse von Frauen und Gefährtinnen, Vallauris-Keramik, Werke, die Picasso bewusst nicht in den Handel gab. Besonders eindringlich sind die frühen Gemälde aus der Blauen und Rosa Periode sowie die Porträts seiner Kinder Claude und Paloma.

Das Palacio selbst, im 16. Jahrhundert erbaut, zeigt im Keller Reste einer antiken römischen Stadtmauer und phönizische Funde, die bei den Renovierungsarbeiten entdeckt wurden. Málaga ist per Flughafen (AGP) direkt aus vielen europäischen Städten erreichbar, der Stadtkern liegt 15 Minuten mit der Stadtbahn vom Terminal. Die Kombination aus Picasso-Museum, Geburtshaus, Carmen Thyssen Málaga und dem Castillo de Gibralfaro ergibt einen dichten Kulturtag.

Guggenheim Museum Bilbao

Frank Gehrys 1997 eröffneter Bau am Nervión wurde zur Ikone des Museumsbaus — ein mit Titanplatten verkleidetes organisches Gefüge aus Kurven und Schuppen, das Licht je nach Tageszeit und Bewölkung vollständig anders reflektiert. Das Gebäude selbst wird von vielen Besuchern als das wichtigste Exponat empfunden, bevor sie einen einzigen Ausstellungsraum betreten haben.

Die Dauersammlung umfasst Richard Serras Skulpturengruppe Die Sache der Zeit (The Matter of Time) aus acht monumentalen Corten-Stahlfiguren in der Arcelor-Galerie. Die gewundenen, begehbaren Formen — die größte misst über 30 Meter Länge — erzeugen Erfahrungen von Raum und Bewegung, die keine Reproduktion vermitteln kann. Jeff Koons' Welsh-Terrier-Skulptur Puppy am Haupteingang, 12 Meter hoch und mit blühenden Pflanzen besetzt, ist in den letzten 25 Jahren zur Marke geworden. Wechselausstellungen ziehen aus den Beständen der Guggenheim-Stiftung internationale Leihgaben an. Bilbao liegt drei bis vier Stunden per Bahn von Madrid (Renfe Alvia) oder anderthalb Stunden vom nächsten Großflughafen Bilbao (BIO) entfernt. Die Altstadt Casco Viejo und das gastronomische Viertel sind zu Fuß vom Museum erreichbar.

Museo Sorolla, Madrid

Im Wohn- und Atelierhaus, in dem Joaquín Sorolla von 1911 bis zu seinem Tod 1923 arbeitete, im Stadtteil Almagro liegt eines der intimsten und unterbesuchten bedeutenden Museen der spanischen Hauptstadt. Sorolla malte Licht: Mittelmeer-Strandszenen mit einer Dringlichkeit, die an Impressionismus grenzt, ihn aber in Farbigkeit und Körperlichkeit übertrifft. Mediterranes Tageslicht, Kinderbilder am Wasser und Bildnisse seiner Frau Clotilde gehören zu den meistzitierten Motiven.

Die Räume sind so erhalten, wie Sorolla sie einrichtete — die Werke hängen in dem Zusammenhang, für den er sie auswählte, nicht in einem kuratorisch neutralisierten Hängeschema. Der andalusische Garten mit Springbrunnen, Kacheln und Zypressen gehört zu den am besten erhaltenen Künstlergärten Europas und ist im Frühsommer besonders eindrucksvoll. Das Museum ist mit der Metro (Gregorio Marañón, Linie 7/10) gut zu erreichen. Besuchszeit: 90 Minuten sind für einen entspannten Rundgang ausreichend.

Teatro-Museo Dalí, Figueres

Der von Salvador Dalí ab 1961 selbst konzipierte und 1974 eröffnete Bau in den Ruinen des durch den Bürgerkrieg zerstörten Stadttheaters ist das meistbesuchte Museum Spaniens außerhalb Madrids. Mit seiner geodätischen Kuppel — die Glaskuppel über der Bühne trägt Dalís Signatur — den Eier-Skulpturen auf der Brüstung und der Regen-Taxi-Installation im Hof, wo ein in Wasser getauchtes Auto kontinuierlich seinen Insassen benetzt, ist das Haus selbst surrealistisches Werk. Dalí nannte es "das größte surrealistische Objekt der Welt".

Im Inneren sind die Highlights: das Mae-West-Zimmer, in dem ein Sofa die Lippen, zwei Gemälde die Augen und ein Kamin die Nase des Gesichts der Schauspielerin bilden — der Effekt ist nur durch ein Treppengerüst aus dem richtigen Winkel sichtbar; der Palau del Vent mit Deckengemälden; Dalís Grab in der Krypta unter der Bühne, wo er 1989 beigesetzt wurde. Das Museum liegt in Figueres im Alt Empordà, einer Stunde per Zug von Barcelona Sants. In der Saison empfehlen sich Tickets im Vorverkauf; der Andrang im Juli und August ist erheblich.

Museo del Romanticismo, Madrid

Im Palacio del Marqués de Matallana zeigt das Museo del Romanticismo über 10.000 Objekte zur bürgerlichen Wohnkultur des spanischen 19. Jahrhunderts (ca. 1820–1868). Die Räume sind aus zeitgenössischen Erwerbungen rekonstruiert — nicht mutmaßlich rekonstruiert. Bilder von Federico de Madrazo, Valeriano Bécquer und Eugenio Lucas Velázquez hängen in den Räumen, für die sie entstanden. Die Einrichtung zeigt, wie eine gut situierte Madrider Familie der Isabellinischen Epoche wohnte, reiste und las — ein sozialhistorisches Dokument, das in keinem Kunstgeschichtsbuch so unmittelbar wirkt.

Besonders eindringlich ist das Zimmer, das dem Schriftsteller Mariano José de Larra gewidmet ist, der sich 1837 im Alter von 27 Jahren das Leben nahm; ein Teil seiner persönlichen Gegenstände sind ausgestellt. Der Garten und das Café hinter dem Palais gehören seit der Sanierung 2009 zu den angenehmsten Rückzugsorten der Madrider Innenstadt. Das Museum liegt nahe der Metro-Station Alonso Martínez (Linien 4, 5, 10).

Museo Lázaro Galdiano, Madrid

Die 1951 eröffnete Privatvilla des Sammlers José Lázaro Galdiano im Stadtteil Serrano beherbergt eine der vielseitigsten Privatsammlungen Spaniens: Goya, Bosch, Velázquez und Constable neben mittelalterlichen Emails aus dem Limoges, Elfenbein, Schmuck, Uhren, Waffen sowie keltischer und westgotischer Metallarbeit. Lázaro Galdiano (1862–1947) war Verleger, Kunsthändler und einer der professionellsten privaten Sammler seiner Generation; er erwarb in London, Paris und auf dem spanischen Markt mit einem Urteil, das Breite mit Qualität verband.

Die Sammlung verbindet Kabinett und Palast in einem ungewöhnlich frei strukturierten Haus: Kein einziges Objekt wurde zur Abrundung einer Gattung gekauft — alle Werke sind persönliche Erwerbungen. Das Haus ist chronisch unterbesucht, was Besichtigungen in einem Tempo ermöglicht, das im Prado undenkbar wäre. Nächste Metro-Station: Gregorio Marañón (Linien 7, 10) oder Núñez de Balboa (Linien 5, 9).

Museu Nacional d'Art de Catalunya, Barcelona

Das MNAC auf dem Montjuïc, im für die Weltausstellung 1929 errichteten Palau Nacional und seit 1934 Museum, bewahrt die wichtigste Sammlung romanischer Kunst weltweit: katalanische Wand- und Apsismalereien des 12. und 13. Jahrhunderts, von Pyrenäen-Kirchen — darunter Sant Climent und Santa Maria de Taüll im Vall de Boí, heute UNESCO-Welterbe — abgenommen und auf gekrümmten Trägern in rekonstruierten Apsis-Bedingungen wieder aufgestellt. Die Abnehme-Technik, in Katalonien in den frühen 1900er Jahren entwickelt, rettete diese Werke vor dem Verfall, führte aber auch zu kontroversen Debatten über Kulturerbe und Eigentümerschaft.

Neben der romanischen Sammlung besitzt das MNAC bedeutende Bestände der katalanischen Moderne (Modernisme), mit Werken von Ramon Casas und Santiago Rusiñol, sowie eine Kollektion des Jugendstils mit Möbeln, Textilien und Grafik. Der Bau — Doppeltürme, Mittelkuppel, Kaskadenbrunnen vor der Freitreppe — ist eines der grandiosesten Museumsumfelder Europas; der Blick von der Terrasse auf das Stadtpanorama bis hin zum Meer gehört zu den besten Aussichtspunkten Barcelonas. Das MNAC ist per Metro (Espanya, Linien 1 und 3) und kurzem Aufstieg oder per Rolltreppe erreichbar.

Weiter entdecken

Alle zehn Häuser liegen auf der Karte — ein nüchterner Ausgangspunkt für eine Spanienreise, die das museale Land aus mehreren Perspektiven beleuchtet. Madrid lässt sich problemlos als Basis für drei bis vier Museumstage nutzen; Bilbao, Barcelona und Figueres sind lohnende Tagesausflüge oder eigene Kurzreiseziele. Wer tiefer in die spanische Museumslandschaft einsteigen will, sollte auch das Museo de América in Madrid, das Museu Picasso in Barcelona und das Museo de Bellas Artes in Sevilla in Betracht ziehen.