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Zehn unverzichtbare Museen Italiens

Galleria degli Uffizi, Florence, Italy
Photo: Arek N., CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wer in Italien reist, sieht sich einem Problem des Überflusses gegenüber. Kein anderes Land verzeichnet mehr UNESCO-Welterbestätten, nirgendwo dichter ist die Renaissance-Malerei pro Quadratkilometer, und seit dem späten 18. Jahrhundert füllt die archäologische Substanz Museum um Museum. Die folgenden Häuser sind die Pflichtstationen die Orte, an denen ein einziges Objekt die Schlange, die Voranmeldung und die Anreise rechtfertigt.

Galleria degli Uffizi, Florenz

Die Uffizien, 1769 in den ehemaligen Verwaltungsräumen der Medici als Museum eröffnet, beherbergen die dichteste Sammlung italienischer Renaissance-Malerei der Welt. Im Botticelli-Saal hängen die Geburt der Venus (um 148486) und der Frühling (um 147782), dazu Leonardos Verkündigung und unvollendete Anbetung, Tizians Venus von Urbino, Caravaggios Medusa und Raffaels Stieglitz-Madonna. Buchung im Voraus ist nicht optional, sondern Bedingung.

Vatikanische Museen, Vatikanstadt

Im frühen 16. Jahrhundert begann das Haus, als Papst Julius II. den 1506 wiederentdeckten Laokoon im Hof des Belvedere öffentlich aufstellte. Heute zählt die Anlage 54 Galerien und sieben Kilometer Korridor. Der Höhepunkt jedes Besuchs bleibt Michelangelos Decke der Sixtinischen Kapelle (150812); davor liegen die Stanzen Raffaels mit der Schule von Athen. Wer den Andrang in der Kapelle mildern will, bucht den frühestmöglichen Morgenslot.

Galleria dell'Accademia, Florenz

In der Via Ricasoli steht Michelangelos David, 1501 bis 1504 aus einem einzigen Marmorblock gehauen und seit 1873 aus der Piazza della Signoria hier untergebracht. Die eigens dafür gebaute Tribuna von Emilio De Fabris ermöglicht den 360-Grad-Rundgang um die 5,17 Meter hohe Figur. In der gleichen Galerie stehen Michelangelos unvollendete Sklaven, für viele Besucher das eigentliche Ereignis. Vorbuchung dringend empfohlen.

Pinacoteca di Brera, Mailand

Die napoleonische Lehrsammlung im Palazzo di Brera von 1809 zeigt die Hauptmasse der oberitalienischen Malerei vom 13. bis ins 20. Jahrhundert. Mantegnas Beweinung Christi mit ihrer extremen Verkürzung von den Füßen her, Raffaels Sposalizio von 1504, Piero della Francescas Montefeltro-Altar und Caravaggios Emmausmahl machen die Brera zu einem Konzentrat oberitalienischer Kunstgeschichte. Über ihr arbeitet bis heute die Accademia di Belle Arti.

Galleria Borghese, Rom

Die Privatsammlung des Kardinals Scipione Borghese, im frühen 17. Jahrhundert zusammengetragen, umfasst sechs Werke Berninis darunter Apoll und Daphne und der Raub der Proserpina sowie zentrale Caravaggio-Tafeln. Der Zugang ist auf zweistündige Slots mit jeweils 360 Personen beschränkt, was die Borghese zu einer der angenehmsten römischen Adressen macht. In der Hochsaison frühestmöglich buchen, idealerweise zwei Monate im Voraus.

Museo Archeologico Nazionale di Napoli (MANN)

Das Archäologische Nationalmuseum in Neapel, im späten 18. Jahrhundert unter den Bourbonen gegründet, beherbergt die wichtigste griechisch-römische Sammlung der Welt: Material aus Pompeji und Herculaneum, den Farnese-Bestand mit Herakles und Stier sowie das größte erhaltene antike Mosaik, die Schlacht von Issos aus der Casa del Fauno. Das einst sperrige "Gabinetto Segreto" mit erotischen Funden aus Pompeji ist heute regulär zugänglich.

Musei Capitolini, Rom

Auf der Piazza del Campidoglio, die Michelangelo zwar entwarf, jedoch nicht selbst vollendet sah, stehen die ältesten öffentlichen Museen der Welt. 1471 schenkte Sixtus IV. dem römischen Volk eine Gruppe antiker Bronzen. Heute zeigen die Häuser den vergoldeten Marc Aurel, die kapitolinische Venus, Reste der konstantinischen Kolossalstatue und die später ins Mittelalter datierte Kapitolinische Wölfin. Das Dachcafé bietet einen der besten Blicke auf das Forum.

Museo Nazionale del Bargello, Florenz

Im ehemaligen Stadthaus und Gefängnis von 1255, dem ältesten öffentlichen Gebäude von Florenz, liegt die wichtigste Sammlung italienischer Renaissance-Plastik außerhalb der Accademia. Donatellos bronzener David, Verrocchios Gegenstück, Michelangelos Bacchus und Tondo Pitti, Cellinis Perseus-Studien und die glasierten Terrakotten der Della Robbia stehen so nah beieinander, dass sich die Plastik zwischen 1440 und 1560 sehr fassbar erschließt.

Museo Egizio, Turin

Das 1824 gegründete Turiner Ägyptische Museum ist das älteste, ausschließlich Altägypten gewidmete Haus der Welt und beherbergt mit etwa 30 000 Objekten den größten ägyptischen Bestand außerhalb Kairos: das intakte Grab des Architekten Kha, den Turiner Königspapyrus und Statuen aus Abu Simbel. Die Neugestaltung von Dante Ferretti (2015) hat das Haus didaktisch komplett überarbeitet.

Palazzo Ducale und Gallerie dell'Accademia, Venedig

Die beiden Häuser am Canal Grande gehören in einen gemeinsamen Besuch. Die Accademia hütet die venezianische Malerei vom 14. bis ins 18. Jahrhundert Giorgiones Tempesta, Tizians Tempelgang Mariens, Veroneses Gastmahl beim Levi sowie Carpaccios und Tintorettos Narrationszyklen. Der Dogenpalast zeigt Tintorettos Paradies im Sala del Maggior Consiglio, mit 22 mal 7 Metern eines der größten Leinwandbilder überhaupt.

Alle auf einen Blick

Alle aufgeführten Häuser sind auf der Karte verzeichnet eine pragmatische Hilfe für die Routenplanung quer durch das museale Italien.