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Die zehn wichtigsten Museen Kanadas

Royal Ontario Museum, Toronto, Canada
Photo: Maksim Sokolov (Maxergon), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kanadas Museumslandschaft spiegelt ein Land, das aus mehreren Nationen und Geschichten zusammengesetzt ist: französisch-britisches Kolonialerbe, tief verwurzelte indigene Tradition, Einwanderungswellen und einer der ergiebigsten paläontologischen Fundkomplexe der Welt. Die folgenden Häuser reichen vom umgebauten Edwardian-Bau in Toronto über einen Solitär am Ottawa River bis zu einer Halifax-Werfthalle und einem Prärie-Fossilarbeitsplatz. Sie alle bieten etwas, das man so nur dort findet. Praktisch: Die meisten verlangen zehn bis zwanzig CAD Eintritt für Erwachsene; kleinere Häuser wie Pier 21 liegen darunter, und viele bieten donnerstags abends freien Eintritt an.

1. Royal Ontario Museum, Toronto

Gegründet 1914 und im Bloor-University-Viertel gelegen, verwahrt das Royal Ontario Museum über dreizehn Millionen Objekte aus Naturkunde, Weltkulturen und Kunst. Der 2007 von Daniel Libeskind ergänzte Michael Lee-Chin Crystal aus sich kreuzenden, eckigen Aluminium- und Glasvolumen, die mit dem ursprünglichen Edwardian-Bau kollidieren, spaltete die Architekturkritik, vereinte aber die Besucherzahlen. Die Dinosauriersäle mit Funden aus den Alberta-Badlands zählen zu den besten Nordamerikas: vollständige Skelette von Tyrannosaurus rex, Triceratops und Albertosaurus sind dauerhaft präsent. Die chinesischen Galerien, die auf diplomatische und wissenschaftliche Kontakte der 1920er Jahre zurückgehen, umfassen Bronzen, Jade, buddhistische Skulpturen und Keramiken aus vier Jahrtausenden. Nächste U-Bahn-Station: Museum (Linie 1). Der Eintritt liegt üblicherweise im mittleren zweistelligen CAD-Bereich; Mittwochabende sind vergünstigt.

2. Canadian Museum of History, Gatineau

1989 eröffnet, am gegenüberliegenden Ufer des Ottawa River vom Parlamentshügel, wurde das Canadian Museum of History von Douglas Cardinal in einer geschwungenen Form aus rotem Granit und Glas entworfen, die indigene Bauweisen aufnimmt. Die Grand Hall – ein 112 Meter langer Raum mit sechs vollständig wiederaufgebauten Hausfronten von der pazifischen Küste – gehört zu den architektonisch dramatischsten Innenräumen aller Museen weltweit. Die Canada Hall verfolgt 1.000 Jahre Sozialgeschichte über maßstabsgetreue Rekonstruktionen: von der Wikinger-Siedlung L'Anse aux Meadows über ein Neufrankreich-Dorf bis zu einer Prairie-Hauptstraße um 1900. Das Museum beherbergt auch das Canadian Children's Museum und wechselnde Sonderausstellungen zu Themen der nationalen Geschichte. Erreichbar über den OC Transpo Bus ab Ottawa oder zu Fuß über die Alexandra Bridge.

3. Montreal Museum of Fine Arts

Das Montreal Museum of Fine Arts, 1860 gegründet und damit das älteste Kunstmuseum Kanadas, belegt fünf verbundene Pavillons im Golden Square Mile. Seine enzyklopädische Sammlung reicht von der Antike bis zur Gegenwart, mit besonderer Tiefe in der Dekorativen Kunst Québecs und der Inuit-Skulptur. Europäische Malerei des 16. bis 19. Jahrhunderts, Werke der Québecer Automatistes-Bewegung der Nachkriegszeit und bedeutende Stücke internationaler Gegenwartskunst ergänzen den Kernbestand. Der 2016 eröffnete Pavillon Michal et Renata Hornstein pour la Paix beherbergt Weltkulturen und Archäologie in einem Bau von Provencher Roy Architectes. Das Haus betreibt eines der ambitioniertesten Kunst-und-Gesundheits-Programme weltweit, in Kooperation mit Ärzten, die Museumsbesuche als Teil der Behandlung verschreiben. Der Dauergalerie-Eintritt ist kostenlos für Besucher unter 31 Jahren.

4. Art Gallery of Ontario, Toronto

Die Art Gallery of Ontario reicht in den Anfängen auf das Jahr 1900 zurück und beherbergt heute über 95.000 Werke, was sie zu einem der größten Kunstmuseen des Kontinents macht. Die 2008 abgeschlossene Frank-Gehry-Erweiterung – Gehrys Heimstadtprojekt – umhüllte den ursprünglichen klassizistischen Bau mit Glas und Douglasie und schuf den Walker Court Atrium sowie die Galleria Italia mit ihrer fließenden Holzdecke. Die Stärken liegen bei europäischen Alten Meistern, einer umfassenden Henry-Moore-Sammlung (vom Künstler selbst gestiftet, über 900 Werke) und der bedeutendsten Sammlung indigener und kanadischer Kunst des Landes, einschließlich der Group of Seven mit Tom Thomson, Lawren Harris und A.Y. Jackson. Standort: 317 Dundas Street West; nächste U-Bahn-Station St. Patrick (Linie 1).

5. Vancouver Art Gallery

Die Vancouver Art Gallery, 1931 gegründet und derzeit im ehemaligen Provinzgericht von Francis Rattenbury untergebracht, hält über 12.000 Werke mit Schwerpunkten in der Moderne British Columbias und im Schaffen von Emily Carr. Carrs expressive Bilder der Wälder, indigenen Dörfer und Himmel des pazifischen Nordwestens – sie zählt zu den wichtigsten kanadischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts – sind dauerhaft präsent. Zur Sammlung gehören außerdem bedeutende Werke von Jeff Wall, Ian Wallace und anderen mit Vancouver verbundenen Konzeptkünstlern, die seit den 1970er Jahren internationale Anerkennung erlangt haben. Ein Umzug in einen Neubau am Larwill Park ist seit Jahren geplant; bis dahin bleibt das Erbgebäude am Robson Square die Adresse. Das Museum ist von der Canada Line (Haltestelle Vancouver City Centre) bequem erreichbar.

6. National Gallery of Canada, Ottawa

Die National Gallery of Canada an der Sussex Drive, 1988 in ihrem heutigen Bau von Moshe Safdie eröffnet, verwahrt die umfassendste Sammlung kanadischer Kunst weltweit, ergänzt durch bedeutende europäische und amerikanische Bestände. Die 42 Meter hohe Glas-Tonnengewölbehalle gegenüber dem Parlamentshügel zählt zu den schönsten Museumsräumen des Landes. Louise Bourgeois' Maman – eine neun Meter hohe Bronzespinne am Eingang – ist eine der meistreproduzierten öffentlichen Skulpturen der Welt. Im Bestand: Paul Kanes Porträts indigenen Lebens aus den 1840er Jahren, Cornelius Krieghoffs Genreszenen aus Québec, die größte Sammlung von Inuit-Druckgrafik und zeitgenössische Werke von Künstlerinnen wie Betty Goodwin und Gathie Falk. Der Eintritt für die Dauersammlung ist ganzjährig frei.

7. Royal Tyrrell Museum of Palaeontology, Drumheller, Alberta

Das Royal Tyrrell Museum, 1985 in den Badlands des Red Deer River Valley eröffnet, hält eine der weltweit größten Dinosauriersammlungen – über 500 vollständige oder annähernd vollständige Skelette in Sälen, die die Stratigrafie der umliegenden Landschaft reproduzieren. Der Cretaceous Garden verbindet die Innensammlung mit lebenden Pflanzenarten, die von kreidezeitlicher Flora abstammen. Benannt nach Joseph Burr Tyrrell, der 1884 in den Badlands den ersten Albertosaurusschädel fand. Sommerführungen an aktive Grabungsstellen sind buchbar; das Badlands-Gebiet um Drumheller, rund 138 Kilometer östlich von Calgary, ist selbst eine eindrucksvolle Landschaft aus Hoodoos und erodierten Canyons. Geöffnet täglich in der Hochsaison (Mai bis August), in der Nebensaison dienstags bis sonntags.

8. Glenbow Museum, Calgary

Das Glenbow Museum in Downtown Calgary, 1966 aus der Privatsammlung von Eric Harvie hervorgegangen, hält über eine Million Objekte zur Kunst, Kultur und Geschichte des kanadischen Westens. Besondere Stärken liegen in der indigenen Sachkultur und in der Geschichte von Pelzhandel und westlicher Besiedlung. Die Galerie Niitsitapi: Our Way of Life, in enger Beratung mit Blackfoot-Gemeinschaften der Nationen Siksika, Kainai und Piikani entwickelt, gehört zu den überlegtesten indigenen Präsentationen in einem kanadischen Museum. Das Haus war ab 2022 für eine Großsanierung geschlossen und sollte mit erweiterten Sälen bis 2025 wiedereröffnen – aktueller Stand auf der offiziellen Website prüfen. Das Glenbow liegt fußläufig vom Calgary Tower und vom CTrain-Knotenpunkt.

9. McCord Stewart Museum, Montreal

Das McCord Stewart Museum, seit seiner Gründung 1921 mit der McGill University verbunden, konzentriert sich auf die Sozialgeschichte Montreals und Kanadas über Fotografie, Dekorative Kunst, Textilien und Dokumentarmaterial. Sein Notman Photographic Archives – über 450.000 Aufnahmen aus dem Atelier von William Notman und Nachfolgern zwischen den 1850er und 1930er Jahren – bildet eines der bedeutendsten fotografischen Quellenwerke des 19. Jahrhunderts und dokumentiert Alltagsleben, Porträts und Landschaften eines sich wandelnden Kanada in unübertroffen dichter Folge. Wechselnde Sonderausstellungen greifen häufig Themen der städtischen Geschichte Montreals auf. Das Museum liegt an der Rue Sherbrooke Ouest, unweit des McGill-Campus.

10. Canadian Museum of Immigration at Pier 21, Halifax

Pier 21 in Halifax war zwischen 1928 und 1971 die Anlaufstelle für über eine Million Einwanderinnen und Einwanderer nach Kanada – Kriegsflüchtlinge, Displaced Persons nach 1945, Einwandererfamilien aus Südeuropa und später aus der Karibik. Das 1999 in einem umgenutzten Schuppen am Originalkai eröffnete und 2011 zum nationalen Museum erhobene Haus dokumentiert die Einwanderungsgeschichte durch persönliche Zeugnisse, Archivalien und ein interaktives Recherchezentrum, in dem Besucher die Einwanderungsakten der eigenen Familie suchen können. Dauerhafte Installationen geben Stimmen von Zeitzeugen wieder und rekonstruieren die Ankunftsprozeduren: Gepäckkontrolle, Sprachtest, ärztliche Untersuchung. Pier 21 liegt im historischen Hafenviertel Halifax Seaport, gut zu Fuß vom Stadtzentrum erreichbar. Ein erheblicher Anteil der heutigen Kanadier kann den ersten Schritt eines Verwandten auf kanadischem Boden auf dieses Gebäude zurückführen.

Über die Karte lassen sich diese und weitere kanadische Museen finden und die Reiseroute zwischen Toronto, Montreal, Ottawa, Vancouver und Calgary realistisch zusammenstellen.