Die wichtigsten Museen für angewandte Kunst
Angewandte Kunst, Kunsthandwerk, Design — die Begriffe verschieben sich, das Feld bleibt: Möbel, Keramik, Textil, Glas, Schmuck. Die folgenden zehn Häuser zeigen, wie facettenreich sich diese Materialien sammeln lassen, wenn man sie ernst nimmt.
Victoria and Albert Museum, London
Das V&A an der Cromwell Road, 1852 aus den Erlösen der Großen Ausstellung gegründet, ist mit 2,27 Millionen Objekten das größte Museum für angewandte Kunst und Design der Welt — Textilien, Keramik, Möbel, Mode, Fotografie und die British Galleries als chronologisches Rückgrat.
Musée des Arts Décoratifs, Paris
Im Pavillon de Marsan des Louvre-Palastes deckt das MAD die französische angewandte Kunst vom Mittelalter bis heute ab, mit der Galerie des Bijoux und dem Musée de la Mode et du Textile als eigenständigen Abteilungen.
Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum, New York
In Andrew Carnegies ehemaliger Stadtvilla an der Fifth Avenue beheimatet, ist das Cooper Hewitt Amerikas nationales Designmuseum — mit besonderer Tiefe bei Tapeten, Textilien und Industriedesign.
MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien
Am Stubenring zeigt das MAK die Wiener Secession und das Archiv der Wiener Werkstätte: Hoffmann, Wagner, Moser, Loos — alles, was die Wende um 1900 in Wien bedeutete. Das Haus selbst ist Teil der Geschichte.
Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main
Richard Meiers weißer Moderne-Bau von 1985 beherbergt europäische, islamische und ostasiatische angewandte Kunst. Die Hängung ist eines der wenigen Beispiele, in denen Architektur und Sammlung wirklich miteinander sprechen.
Stedelijk Museum 's-Hertogenbosch
Eine spezialisierte Sammlung von Keramik, Glas und Silber — auf den ersten Blick klein, in der Tiefe ihres Fachs jedoch überraschend reich. Pflichttermin für Materialinteressierte.
Bröhan-Museum, Berlin
Berlins Spezialhaus für Jugendstil, Art Déco und Funktionalismus liegt direkt am Schloss Charlottenburg und bewahrt die Sammlung Karl Bröhans — Möbel, Porzellan, Glas und Gemälde, eng aufeinander bezogen.
Royal Ontario Museum, Toronto
Die europäischen Bestände an angewandter Kunst, Kostüm und Textil im ROM gehören zu den stärksten Nordamerikas — und stehen oft im Schatten der besser bekannten naturkundlichen Sammlung.
Driehaus Museum, Chicago
Samuel Mayo Nickersons Stadthaus von 1883 bewahrt die Innenräume der Gilded Age mit Tiffany-Glas und museumstauglichen dekorativen Künsten in ihrem ursprünglichen Setting. Eines der wenigen Häuser, in denen Raum und Objekte aufeinander angewiesen wirken.
Calouste-Gulbenkian-Lalique-Galerie, Lissabon
Im Gulbenkian-Museum hängt die weltgrößte René-Lalique-Sammlung — 169 Stücke, die Gulbenkian noch persönlich erwarb. Eine Glas- und Schmuckpräsentation, die ihresgleichen sucht.
Jede Auswahl ist diskutabel; behandeln Sie die obige als Anfang. Mit der Karte lassen sich weitere Spezialhäuser für Material und Form entdecken.