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Zehn bedeutende Museen Russlands

State Hermitage Museum, Saint Petersburg, Russia
Photo: GAlexandrova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Russlands Museumslandschaft besitzt eine außergewöhnliche Tiefe und Breite: drei Millionen Objekte in der Eremitage, die wichtigste Sammlung russischer Malerei in der Tretjakow, die kaiserlichen Schätze der Kreml-Rüstkammer aus sechs Jahrhunderten Staatsgeschichte. Auslandsreisende sollten beachten, dass die aktuellen Bedingungen für Anreise, Ticketing und Öffnungszeiten Schwankungen unterliegen die folgenden Angaben sollten vor Reiseantritt über die offiziellen Museumsseiten geprüft werden.

Staatliche Eremitage, Sankt Petersburg

Die 1764 von Katharina der Großen begründete Eremitage zählt heute etwa drei Millionen Objekte in sechs historischen Bauten am Schlossufer der Newa. Das ehemalige Winterpalais bildet das Zentrum. Die Sammlung reicht von der Antike bis in die Gegenwart, mit besonderer Tiefe bei der niederländischen und flämischen Malerei des Goldenen Zeitalters 29 Rembrandts, die größte Sammlung außerhalb Amsterdams sowie beim französischen Impressionismus der Sammlungen Schtschukin und Morosow. Der Malachit-Saal und die Jordan-Treppe sind den Beständen ebenbürtig. Ein vollständiger Besuch braucht mehrere Tage.

Tretjakow-Galerie, Moskau

Die 1892 aus der Schenkung Pawel Tretjakows hervorgegangene Galerie an der Lawruschinski-Gasse beherbergt mit rund 130.000 Werken die umfassendste Sammlung russischer Kunst weltweit von der Ikonenmalerei des 11. Jahrhunderts bis zur Avantgarde des 20. Die altrussische Abteilung kulminiert im Rubljow-Saal mit der Dreifaltigkeitsikone (um 1411). Im oberen Geschoss erstrecken sich die Wanderer mit Repin, Schischkin und Surikow. Repins Iwan der Schreckliche und sein Sohn (1885) bleibt eines der erschütterndsten Bilder der russischen Malerei. Montag geschlossen.

Puschkin-Museum für bildende Künste, Moskau

Das Puschkin-Museum an der Wolchonka, 1912 in Roman Kleins Bau eröffnet, beherbergt die wichtigste Sammlung westeuropäischer Kunst Moskaus. Das Gerüst aus Gipsabgüssen und vorrevolutionären, ab 1917 nationalisierten Privatsammlungen deckt Ägypten, Griechenland, Rom, italienische Renaissance, Barock, Impressionismus und Postimpressionismus ab. Die Sammlungen Schtschukin und Morosow, in sowjetischer Zeit zwischen Puschkin und Eremitage geteilt, werden seit Jahren in einem geplanten Erweiterungsbau zusammengeführt. Rembrandt, Rubens, Poussin und Tiepolo zählen zu den Höhepunkten.

Russisches Museum, Sankt Petersburg

Das 1898 im Michailowski-Palast eröffnete Haus zeigt mit rund 440.000 Werken die größte ausschließlich russische Sammlung weltweit: von mittelalterlichen Ikonen über die Avantgarde bis zur Sowjet- und Gegenwartsproduktion. Die Bestände ergänzen die Tretjakow eher, als dass sie sie verdoppeln: Malewitschs Schwarzes Quadrat in einer der Versionen, Kandinsky, Filonow sowie eine umfangreiche Volkskunstsammlung. Die von Carlo Rossi in den 1820er-Jahren ausgestatteten Säle gehören zu den feinsten neoklassizistischen Innenräumen Russlands.

Kreml-Museen und Rüstkammer, Moskau

Die Rüstkammer, 1851 in Konstantin Tons Bau als öffentliches Museum eröffnet, hütet den materiellen Schatz von Staat und Orthodoxer Kirche vom 13. bis ins frühe 20. Jahrhundert: Zarenregalia, Zeremonialkutschen, höfische Rüstungen, die Mütze des Monomach und zehn Fabergé-Ostereier des Romanow-Hofes die größte Einzelsammlung. Daneben zeigt der Diamantenfonds die kaiserliche Juwelensammlung. Tickets sind getrennt zu buchen, das Kreml-Gelände bedingt separat zu betreten.

Staatliches Historisches Museum, Moskau

An der nördlichen Schmalseite des Roten Platzes, 1883 von Wladimir Scherwud im Russisch-Stil errichtet, zeigt das Historische Museum etwa fünf Millionen Objekte zur russischen Geschichte von der Steinzeit bis ins frühe 20. Jahrhundert. Die Fassade aus rotem Backstein nimmt die Kreml-Mauern auf, die Innenräume sind jeweils im Stil ihrer Inhalte gestaltet. Die archäologische Tiefe, mit skythischem, sarmatischem und früh-slawischem Material, ist im westlichen Museumsraum kaum vergleichbar verfügbar. Dienstag geschlossen.

Garage Museum für zeitgenössische Kunst, Moskau

2008 von Dascha Schukowa und Roman Abramowitsch gegründet, seit 2015 im Gorki-Park in einem von Rem Koolhaas umgebauten konstruktivistischen Restaurantbau, war Garage das international stärkst vernetzte Haus der russischen Gegenwartskunst, bis seine Aktivität nach 2022 erheblich eingeschränkt wurde. Der mit transluzentem Polycarbonat ummantelte Bau bleibt eines der erfindungsreichsten Adaptive-Reuse-Projekte Koolhaas'. Der aktuelle Betriebsstatus sollte vor jedem Besuch geprüft werden.

Multimedia Art Museum, Moskau

Das 1996 gegründete und von Olga Swiblowa geleitete Multimedia Art Museum an der Ostoschenka beherbergt die wichtigste russische Sammlung von Fotografie und Videokunst rund 80.000 Werke. Die russische Dokumentarfotografie seit den 1920ern und Bestände aus Magnum bilden das Rückgrat. Die jährliche Moskauer PhotoBiennale wird hier ausgerichtet.

Fabergé-Museum, Sankt Petersburg

Das 2013 eröffnete Haus im Schuwalow-Palast an der Fontanka beherbergt die Privatsammlung Wiktor Wekselbergs etwa 4.000 Objekte, darunter neun der kaiserlichen Ostereier, die Alexander III. und Nikolaus II. zwischen 1885 und 1916 für ihre Gemahlinnen bei Peter Carl Fabergé in Auftrag gaben. Wekselbergs Ankauf 2004 bei Sotheby's brachte einen wesentlichen Teil der nach der Revolution zerstreuten kaiserlichen Objekte nach Russland zurück.

Peterhof, bei Sankt Petersburg

Die 1714 von Peter dem Großen begonnene Anlage am Finnischen Meerbusen die russische Antwort auf Versailles umfasst das Große Palais (seit 1918 Museum), die Große Kaskade mit 64 Brunnen und 255 Bronzefiguren sowie mehrere Außenpaläste. Die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Innenräume wurden ab den 1950er-Jahren minutiös rekonstruiert eines der ambitioniertesten Restaurierungsprojekte Russlands. Der Fontänenbetrieb läuft von Mai bis Oktober.

Vom Lesen zum Planen

Sämtliche genannten Häuser sind auf der Karte verzeichnet. Bei einer realistischen Russlandreise sollten Moskau und Sankt Petersburg jeweils mindestens vier Tage erhalten.