Zehn bedeutende Museen Mexikos
Mexiko-Stadt zählt zu den am stärksten unterschätzten Museumsmetropolen der Welt. Die Dichte erstklassiger Häuser das Anthropologische Museum, Frida Kahlos Wohnhaus, die Ausgrabungsstätte des Templo Mayor, das Soumaya hält jedem europäischen oder nordamerikanischen Vergleich stand. Dazu kommt die unmittelbare räumliche Nähe zu den Kulturen, die in diesen Museen dokumentiert werden: Der Aztekenkalender wurde unter dem Zócalo gefunden, der Templo Mayor wird wenige Meter von der Stelle entfernt freigelegt, an der er 1521 stand.
Museo Nacional de Antropología, Mexiko-Stadt
Pedro Ramírez Vázquez' 1964 fertiggestellter Bau im Chapultepec-Park ist das umfassendste Museum präkolumbianischer Zivilisation. Der von einem einzigen Pfeiler getragene Paraguas im Innenhof ist eine der großen Architekturleistungen des Museumsbaus im 20. Jahrhundert. Zwölf Säle im Erdgeschoss decken die mesoamerikanischen Kulturen vom Präklassikum bis zu den Mexica ab, das Obergeschoss zeigt die Ethnographie der heutigen indigenen Gemeinschaften. Das aztekische Highlight ist die sogenannte Sonnenscheibe, ein 3,6 Meter großer Basaltdisk mit Kalendersymbolik. Dienstag bis Sonntag, sonntags freier Eintritt.
Museo Frida Kahlo (Casa Azul), Mexiko-Stadt
Frida Kahlo wurde 1907 in dem blauen Haus in Coyoacán geboren, lebte hier den größten Teil ihres Lebens und starb dort 1954. Diego Rivera übertrug das Haus 1958 dem mexikanischen Volk; gezeigt werden Kahlos persönliche Sammlung präkolumbianischer Objekte, Volkskunst, Trachten, Korrespondenz und Werkstattmaterial. Nach der Wiederentdeckung 2004 ist auch das versiegelte Bad mit Kahlos Korsetten und persönlichen Gegenständen zugänglich. Online-Tickets sind oft Wochen im Voraus ausverkauft. Coyoacán selbst lohnt einen halben Tag über den Besuch hinaus.
Museo del Templo Mayor, Mexiko-Stadt
Direkt neben den Resten des Huey Teocalli des großen Tempels der Mexica liegt das 1987 von Jorge Gamboa de Buen errichtete Museum. Die Anlage wurde 1978 bei Bauarbeiten der Stromversorgung entdeckt; die Ausgrabungen laufen bis heute. Gezeigt werden Objekte aus mehr als 7.000 Opferniederlegungen Steinplastik, Keramikfiguren, Federarbeiten, Korallen und vor allem die Coyolxauhqui-Scheibe, ein 3,25-Meter-Basalt-Disk mit der zerstückelten Mondgöttin. Dienstag bis Sonntag.
Museo Soumaya, Mexiko-Stadt
Fernando Romeros 2011 fertiggestellter Bau im Stadtteil Polanco mit seiner Fassade aus 16.000 hexagonalen Aluminiumkacheln gehört zu den auffälligsten Museumsexterieurs Lateinamerikas. Carlos Slim Helús Privatmuseum zeigt rund 66.000 Objekte auf sechs Etagen. Der Schwerpunkt liegt auf europäischer akademischer und impressionistischer Malerei sowie auf einer umfangreichen Rodin-Sammlung darunter mehrere Güsse des Denkers ergänzt um mexikanische Kolonialkunst und präkolumbianisches Material. Eintritt frei, täglich geöffnet.
Museo Tamayo Arte Contemporáneo, Mexiko-Stadt
Das 1981 gegründete Tamayo basiert auf der Schenkung der internationalen Kunstsammlung Rufino Tamayos an die mexikanische Nation. Picasso, Warhol, de Kooning und Miró stehen neben Tamayos eigenen Bildern. Der Bau von Teodoro González de León und Abraham Zabludovsky aus Sichtbeton und Basalt ist ein Schlüsselwerk der mexikanischen Modernearchitektur. Ein konsequentes Programm internationaler Wechselausstellungen macht das Haus zu einer der wichtigsten Adressen für Gegenwartskunst der Stadt.
Museo Nacional de Historia, Castillo de Chapultepec
Die spanische Festung, die Kaiser Maximilian I. in den 1860er-Jahren zur Residenz umbauen ließ und bis 1939 Sitz des Präsidenten war, beherbergt das Nationalmuseum für Geschichte. Es deckt die Zeitspanne von der Conquista bis ins frühe 20. Jahrhundert ab Dokumente, Trachten, Mobiliar, die historischen Räume Maximilians und Carlotas. Die Wandbilder Rivera, Siqueiros und anderer aus den 1940er- und 1950er-Jahren machen den Bau zu einem der wichtigsten Orte des mexikanischen Muralismo.
IAGO und Centro Cultural Santo Domingo, Oaxaca
In Oaxaca bildet das Instituto de Artes Gráficas de Oaxaca (IAGO), 1988 von Rufino Tamayo gegründet, mit dem MACO und dem Museo de las Culturas im ehemaligen Dominikanerkonvent Santo Domingo eine herausragende Konstellation. Das IAGO besitzt eine der dichtesten Sammlungen lateinamerikanischer Druckgrafik und Arbeiten auf Papier; das Centro Cultural Santo Domingo zeigt unter anderem den Goldschmuck und die Jade aus dem zapotekischen Grab 7 von Monte Albán.
Museo Anahuacalli, Mexiko-Stadt
Diego Riveras 1964 von Juan O'Gorman und Ruth Rivera fertiggestellter Bau aus Lavasteinen sollte ein "Tempel" für die etwa 50.000 präkolumbianischen Objekte sein, die Rivera zeitlebens gesammelt hatte. Die Sammlung deckt Azteken, Teotihuacán, die westmexikanischen Schachtgrabkulturen, die Golfküste und die Maya ab. Das Dachatelier zeigt Riveras Arbeitsmaterial im Zustand seines Todes. Dienstag bis Sonntag.
MUNAL Museo Nacional de Arte, Mexiko-Stadt
Im 1911 von Silvio Contri entworfenen Palacio de Comunicaciones im historischen Zentrum zeigt das MUNAL seit 1982 die Hauptsammlung der mexikanischen akademischen, romantischen und nationalen Malerei vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Stark ist der Bestand an akademischer Malerei des 19. Jahrhunderts, an Felipe Santiago Gutiérrez und Félix Parra, sowie an den unmittelbaren Vorläufern der Muralisten. Der Bau selbst zählt zu den schönsten porfiriato-zeitlichen Gebäuden der Innenstadt.
Museo de Arte Moderno, Mexiko-Stadt
Das 1964 eröffnete Museum der Modernen Kunst, ebenfalls von Pedro Ramírez Vázquez im Chapultepec-Park, beherbergt die zentrale staatliche Sammlung mexikanischer Kunst des 20. Jahrhunderts: Rivera, Frida Kahlo (darunter Die zwei Fridas), Tamayo, María Izquierdo und Dr. Atl. Die Einbindung in den Park und der kreisförmige Grundriss machen das Haus zu einer der angenehmsten Adressen im Museumscluster des Bosque de Chapultepec. Sonntags freier Eintritt.
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Alle aufgeführten Adressen sind auf der Karte zu finden ein realistischer Ausgangspunkt für die Routenplanung in der vermutlich dichtesten Museumsstadt Lateinamerikas.